Sonntagsvorlesung

Medizinische Themen für jeden verständlich und lebensnah darzustellen, das ist die Absicht der "Sonntagsvorlesungen" im Gesundheitszentrum Wetterau.

Einmal monatlich stehen interessante Themen aus unterschiedlichen Fachgebieten  auf der Tagesordnung. Die Vortragsreihe gibt allen Interessierten die Möglichkeit, sich über den aktuellen Stand und die Entwicklungen bei den angesprochenen medizinischen Problemen zu informieren. Bei jeder der ungefähr einstündigen Veranstaltungen ist eine Diskussion vorgesehen. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, in einem persönlichen Gespräch mit dem Referenten themenbezogene Probleme direkt zu besprechen. Medizinische Kenntnisse werden dabei nicht vorausgesetzt. Wir laden Sie recht herzlich ein und wünschen Ihnen interessante Sonntagvormittage im GZW. Die Vorträge beginnen jeweils um 10.30 Uhr in der Kulturhalle der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (Johann-Peter-Schäfer-Str. 3, 61169 Friedberg).

Gerne können Sie hier das Plakat zum aktuellen  Sonntagsvorlesungs-Programm herunterladen. Den Flyer mit weiteren Erläuterungen erhalten Sie hier.

Sonntag, 15. Januar:
Prof. Dr. med. Tibo Gerriets, Chefarzt der Stroke Unit/Abteilung für Neurologie am Bürgerhospital Friedberg:
Warnzeichen des Schlaganfalls: Richtig erkennen – rasch handeln
Jährlich erleiden in Deutschland 250.000 Menschen einen Schlaganfall. Diese Erkrankung stellt somit die zweithäufigste Todesursache dar und ist der häufigste Grund für bleibende
Behinderung. Oft gehen diesem Schicksalsschlag flüchtige, aber typische Warnsymptome voraus. Diese sind zumeist schmerzlos, oft nur von kurzer Dauer und werden daher meist nicht ernst genommen. Wer diese Warnzeichen kennt und dann rasch und richtig handelt, kann den Schlaganfall vermeiden. In dieser Sonntagsvorlesung lernen Sie die wesentlichen Ursachen und Risikofaktoren für den Schlaganfall kennen. Eine ausführliche und anschauliche Schilderung der typischen Symptome versetzt Sie in die Lage, diese Warnzeichen zukünftig zuverlässig zu erkennen und im Notfall richtig zu handeln.

Sonntag, 12. Februar:
Marco Kettrukat, Facharzt für Orthopädie, MVZ Centromed Bad Nauheim:
Hilfe, meine Schulter schmerzt! – Wege zur Heilung
Schulterschmerzen sind eine Volkskrankheit. Gründe, warum so viele dafür so anfällig sind: Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des Körpers. Muskeln, Bänder und Gelenkkapseln geben dem Kugelgelenk Halt und Kraft für die Bewegung. Aber die Schulter ist auch besonders empfindlich und verletzungsanfällig. Wer sich einseitig oder wenig bewegt, bekommt die größten Probleme. Moderne Untersuchungsverfahren geben Rückschlüsse auf die Ursachen des Schmerzes. Über diese Diagnosefindung wird dann der Weg zur stadienorientierten Therapie geebnet.

Sonntag, 11. März:
Dr. med. Marc Scharmann, Facharzt für Innere Medizin, Schlossbergklinik Gedern:
Schnarchen – nur störend, oder macht es krank?
In vielen deutschen Schlafzimmern werden allnächtlich ganze Wälder umgesägt. Doch ist das Schnarchen wirklich „nur“ störend für die Partnerin? Im Vortrag beleuchtet Internist Dr.
Scharmann die möglichen weitreichenden gesundheitlichen Folgen des Schnarchens. Dazu gehören eine Atemwegsbehinderung und damit einhergehende schwere Erkrankungen wie hoher Blutdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Im zweiten Teil des Vortrags werden moderne Methoden der Diagnostik vorgestellt. Im eigenen kleinen Schlaflabor an der Schlossbergklinik können mit Hilfe des Schlafapnoe-Screenings Schlafatmungsstörungen und Schnarchen, aber auch der Sauerstoffabfall im Schlaf und die Effektivität der nächtlichen Atmung beurteilt werden. Bei Vorliegen einer Störung kann mittels einer Einstellung auf eine Maskentherapie eine sehr effiziente Behandlung angeboten werden.

Sonntag, 22. April:
Prof. Dr. med. Reinhard Voss, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Kreiskrankenhaus Schotten,
Dr. med. Andreas Breithecker, Chefarzt der Abteilung für Radiologie am GZW:
Die „Schaufensterkrankheit“ – Ansätze für Diagnostik und Therapie
Im Volksmund ist sie als „Schaufensterkrankheit“ bekannt, die „periphere arterielle Verschlusskrankheit“, eine Störung der arteriellen Durchblutung der Extremitäten. Sie entsteht meistens durch eine Arteriosklerose, die so genannte „Arterienverkalkung“: Arterien verengen sich infolge von Ablagerungen, die Blutversorgung der Extremitäten (vor allem der Beine) wird beeinträchtigt. Dies führt in fortgeschrittenen Krankheitsstadien zu Schmerzen beim Gehen (die Betroffenen bleiben nach kurzen Gehstrecken schmerzbedingt immer wieder stehen) und schlimmstenfalls zum Absterben des Gewebes. Im Vortrag wird Prof. Dr. Voss zunächst Ursachen, Symptome und Diagnostik der Gefäßkrankheit darstellen und auch Möglichkeiten der Prävention aufzeigen. Dr. Breithecker wird anschließend die Möglichkeiten der modernen interventionellen Radiologie erläutern. In der hochmodernen Angiographie-Anlage im Hochwaldkrankenhaus lassen sich Verengungen der Gefäße nicht nur optimal diagnostizieren, sondern häufig noch während der Untersuchung über einen in die Leiste eingeführten Katheter beseitigen.

Sonntag, 13. Mai:
Renate Munzig, Leitende Oberärztin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Bürgerhospital Friedberg:
Burn-out – eine Modediagnose?
Das Burn-out-Syndrom bildet die Grundlage zahlreicher Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, ist jedoch noch nicht in die aktuellen Versionen gängiger Klassifikationssysteme eingegangen. Der Vortrag gibt einen Überblick über Symptomatik, Abgrenzung gegenüber anderen Erkrankungen, Entstehung und mögliche Therapieansätze. Es wird deutlich werden, dass hinsichtlich seiner wissenschaftlichen Begründung, Diagnostik und Therapie noch Unklarheit und erheblicher Forschungsbedarf besteht.

Sonntag, 17. Juni:
Prof. Dr. med. G.-André Banat, MBA, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim:
Das Lungenkarzinom: Moderne Diagnostik im Focus
Das Lungenkarzinom ist eine bösartige Erkrankung der Lunge und der Bronchien und die häufigste maligne Todesursache der westlichen Welt. In der modernen Diagnostik und Therapie arbeiten mehrere Disziplinen effizient zusammen. In unserer Region profitieren Lungenkrebs-Patienten von der Kooperation der Krankenhäuser des GZW mit anderen Kliniken, beispielsweise der Kerckhoff-Klinik. Gemeinsam verfügt der Verbund über hochmoderne Computer-Tomographen, darunter ein PET-CT, sowie leistungsstarke Magnet-Resonanz-Tomographen, die je nach individuellem Bedarf eingesetzt werden. Im Focus des Vortrags steht das breite Spektrum der regional verfügbaren modernen Diagnosemethoden. Zu ihnen gehören die Lungenspiegelung (Bronchoskopie), die Entnahme von Gewebeproben (Biopsie), und die video-assistierte Thorakoskopie, die es erlaubt, selbst an schwer zugänglichen Stellen Gewebe zu gewinnen. Die exakte Diagnostik ist Voraussetzung für den Einsatz neuer Medikamente wie Angiogenesehemmer oder EGFR-Inhibitoren, die sich gezielt gegen bestimmte Eigenschaften der Tumorzellen richten und somit eine personalisierte Therapie möglich machen.


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