Willkommen in der Klinik für Geriatrie am Bürgerhospital Friedberg

Im Oktober 2001 wurde die Klinik für Geriatrie am Bürgerhospital Friedberg eröffnet. Sie bietet älteren Menschen eine spezialisierte Behandlung an, die neben einer akut-medizinischen Versorgung zusätzlich auf Rehabilitation ausgerichtet ist. Die zunehmende Nachfrage belegt das Vertrauen, das uns unsere Patienten entgegenbringen: Im Dezember 2005 ist die Klinik für Geriatrie auf 40 Betten erweitert worden, im August 2016 auf 56 Betten. Zudem ist sie von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Klinisch-Geriatrischen Einrichtungen als geriatrische Abteilung anerkannt und erfüllt damit die geforderten notwendigen Strukturqualitäten.
Die meisten unserer Patienten sind über 70 Jahre alt. Viele leiden unter einer Vielzahl chronischer Erkrankungen, auch Multimorbidität genannt. Sie kommen wegen akuter Beschwerden zu uns, die ihre Selbstständigkeit bedrohen und die bei älteren Menschen oftmals langsamer ausheilen. Gerade die feinen Veränderungen im Verhalten des betroffenen Menschen sind es aber, die Laien oftmals verborgen bleiben. Oder sie werden falsch interpretiert, so dass eine notwendige Therapie erst spät eingeleitet wird. So unterschiedlich die einzelnen Umstände auch sein mögen, in jedem Fall stellen die Krankheiten älterer Menschen eben doch ganz besondere Anforderungen. Wir fühlen uns verpflichtet, jedem einzelnen unserer Patienten mit seinen Besonderheiten gerecht zu werden.
Allgemeine Informationen zu unserer Klinik für Geriatrie, Empfehlungen zur Sturzprophylaxe, das Geriatrische Basis-Assessment sowie ein Anmeldeformular finden Sie in unserem Download-Center unter dem Stichwort Geriatrie.

Diagnose
Aufgrund häufiger Mehrfacherkrankungen ist eine möglichst komplette Diagnosestellung der neu aufgenommenen Patienten besonders wichtig. Beim Auftreten von Komplikationen während der stationären Behandlung ist aufgrund der modernen diagnostischen Ausstattung des Bürgerhospitals eine sofortige Intervention jederzeit möglich. Gleiches gilt für die Einbeziehung von Fachärzten anderer Fachgebiete. In Kooperation mit einer Facharztpraxis bieten wir das gesamte Spektrum der konventionellen Diagnostik. Weiterhin können - neben weiteren diagnostischen Möglichkeiten - Spezialuntersuchungen wie Computertomographie und Kernspintomographie vorgenommen werden. Patienten mit Schluckstörungen untersuchen wir per Endoskopie.

Ernährungsberatung
Den Ernährungszustand des Patienten zu erfassen und beispielsweise durch Absprache von Wunschkost oder das Anbieten von Zusatzkost zu verbessern, ist die Aufgabe der Ernährungsberatung. Auch die erforderliche tägliche Trinkmenge wird mit dem Patienten besprochen, und er erhält Empfehlungen für zu Hause. Die Umstellung von Ernährungsgewohnheiten kann einen positiven Einfluss auf viele Krankheitsbilder haben. Eine Diätassistentin berät und schult Patienten und Angehörige dahingehend und gibt Tipps zur Umsetzung der Empfehlungen im Alltag. Nach Bedarf werden auch individuelle Ernährungspläne erstellt. Für Patienten mit Diabetes werden - in enger Kooperation mit dem Diabeteszentrum - umfassende Diabetes-Einzelberatungen wie auch geriatrische Diabetesgruppenschulungen angeboten. Die Patienten werden zum selbstständigen Messen des Blutzuckers und zur Injektion von Insulin angeleitet.

Logopädie
Bei geriatrischen Patienten können aufgrund verschiedener Ursachen (Schlaganfall, Hirnblutung, Morbus Parkinson, Halswirbelfrakturen, Tumorentfernungen etc.) Störungsbilder entstehen, die einer logopädischen Therapie bedürfen. Dabei kann es sich um Sprachstörungen, Sprechstörungen, Schluckstörungen und Stimmstörungen handeln. In enger Abstimmung mit dem Kompetenzzentrum für Logopädie und Schluckstörungen (KLS) wird nach einer eingehenden Diagnostik die Therapie gezielt auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt. Ziel ist es, dem älteren Patienten ein hohes Maß an Lebensqualität im Bereich Kommunikation, Kontaktpflege, Selbstbestimmung und Nahrungsaufnahme zu ermöglichen.

Pflege
Zur Pflege gehören die körperliche Grundpflege sowie die Behandlungspflege. Ziel der Arbeit ist die größtmögliche Selbstständigkeit des Patienten nach der Behandlung. Dabei lernen die Patienten ihre aktuellen Fähigkeiten unter Anleitung so einzusetzen und zu trainieren, dass sie weder unter- noch überfordert werden. Weitere Schwerpunkte der geriatrischen Pflege sind die Harninkontinenzberatung des Patienten und der Angehörigen, das Toilettentraining und die Hilfsmittelberatung.

Physiotherapie
In unserer Klinik sind mehrere Physiotherapeuten sowie eine Masseurin in Teilzeit tätig. Arbeitsbereich und Aufgabenspektrum umfassen die Befunderhebung nach Tinetti, die Verbesserung der Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer und Koordination sowie eine Gangschulung. Gleichgewichtsreaktionen werden geschult, und es gibt Trainings am Ergometer und am Armtrainer. Auch das Anpassen von Hilfsmitteln, wie Gehhilfen und Prothesen, und die Durchführung von Prophylaxe-Maßnahmen, um etwa Pneumonie, Thrombose und Decubitus vorzubeugen, gehören zum Aufgabenbereich der Physiotherapie. Gymnastikstunden werden in Gruppen angeboten, um den Patienten wieder Freude an der Bewegung zu vermitteln. Erlernte Fähigkeiten werden gemeinsam mit den Therapeuten in Alltagssituationen umgesetzt, um so die Selbstständigkeit des Patienten zu schulen. Angehörige werden ebenfalls entsprechend angeleitet.

Psychologie
Neben der Diagnose des kognitiven Leistungsvermögens werden, in enger Kooperation mit unserer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, auch neuropsychologische Störungen sowie psychische Störungen - etwa Depressionen und Ängste, die die aktive Mitarbeit der Patienten an der Therapie behindern können - untersucht. Hinzu kommt die Beratung von Patienten und Angehörigen, eine wesentliche Aufgabe des psychologischen Dienstes. Bei den Patienten spielt die Unterstützung zur Verbesserung der Krankheitsbewältigung eine tragende Rolle. Die Bereitschaft und die Fähigkeit zur aktiven Mitarbeit an den Behandlungsmaßnahmen können so erheblich gefördert werden. Die Beratung der Angehörigen bezieht sich vorrangig auf die physischen und psychischen Belastungen, die mit der Pflege eines Familienmitgliedes verbunden sind. Sie lernen Unsicherheiten zu bewältigen und krankheitsbedingte Veränderungen im Verhalten des Patienten besser einzuschätzen. Durch diese Unterstützung beugen wir eigenen psychischen Problemen bei den Angehörigen vor, die sich andernfalls auch auf die Pflege des Patienten ungünstig auswirken könnten.

Sozialdienst
Beim Sozialdienst finden Patienten Hilfe, die persönliche und soziale Probleme im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung oder Behinderung haben. Unsere Mitarbeiter bieten ganz konkrete Unterstützung bei der Problematik der häuslichen Versorgung, dem Bearbeiten des Antrags auf Einteilung des Pflegegrads, der Vermittlung ambulanter Pflegedienste und der Bereitstellung von Pflegehilfsmitteln an. Auch werden Patienten und ihre Angehörigen über die stationäre Versorgung beraten, finden Unterstützung bei der Heimplatzsuche und der Vermittlung von Kurzzeitpflege. Zudem gibt der Sozialdienst gerne Informationen und Hilfe bei Vorsorgevollmachten und amtlicher Betreuung.