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Babyfreundliches Krankenhaus

Das Urvertrauen eines Neugeborenen wird durch intensiven und ungestörten Kontakt zu seinen Eltern gefördert und gestärkt. Gleichzeitig vertieft sich die Bindung zwischen Eltern und Kind.

Dem geburtshilflichen Team des Hochwaldkrankenhauses ist es ein besonderes Anliegen, diese erste Zeit des Kennenlernens zu fördern. Deshalb orientiert sich unser Handeln unter und nach der Geburt an den Grundsätzen einer babyfreundlichen Einrichtung. Die Zertifizierung hierzu haben wir 2011 das erste Mal abgeschlossen und seither alle drei Jahre erfolgreich wiederholt.

Mit ausgebildeten Still- und Laktationsberaterinnen (IBCLC) stehen Ihnen zusätzlich zum speziell geschulten Team Fachkräfte zur Verfügung, die Sie auch nach Ihrem Aufenthalt bei uns noch individuell beraten und unterstützen können. Für unsere Still-Sprechstunde können Sie gerne einen individuellen Termin vereinbaren, und bei akuten Fragen können Sie sich an unsere Still-Hotline wenden. Unsere zweiwöchentlichen Treffen "meet and feed" ermöglichen Ihnen den zwanglosen Austausch mit anderen Müttern.

Aber auch Frauen, die nicht stillen können oder möchten, erhalten bei uns selbstverständlich eine individuelle Beratung zur Förderung der Bindung und bestmöglichen Unterstützung Ihres Kindes.

Wichtig ist immer die jeweilige Situation von Mutter und Kind und unser Ziel ist es, Sie gestärkt und mit neuem Selbstbewusstsein nach Hause entlassen zu können.

Kontakt

Geburtshilfe im GZW
Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim
Chaumontplatz 1, 61231 Bad Nauheim

Tel:  06032 702-2981

10 Schritte

Die WHO- Initiative „babyfreundliches Krankenhaus“ hat "10 Schritte" für Krankenhäuser veröffentlicht, an denen sich die Abteilungen in der Umsetzung orientieren können. Für uns im Hochwaldkrankenhaus bedeutet dies konkret:

  1. Wir unterstützen die Bindung zwischen Mutter (Eltern) und Kind, indem wir z.B. auch bei Kaiserschnitt unverzüglich und ununterbrochen bonden und das erste Anlegen fördern. Aber auch das Bonding zwischen Vater und Kind ist für uns selbstverständlich, wenn die Mutter dies nicht kann.
  2. Regelmäßige interne Schulungen im ganzen geburtshilflichen Team sind für uns selbstverständlich.
  3. Trauen Sie sich, uns alles zu fragen, was Sie bewegt!
  4. Wir führen alle Maßnahmen am Kind (U1, Vitamin K-Tropfen, etc.) erst nach dem ersten Stillen und in Anwesenheit der Eltern durch
  5. Bis zum Aufbau einer stabilen Stillbeziehung können anfangs ein paar Tage vergehen. Unser Ziel ist es, Ihnen solange eine Unterstützung anzubieten, wie Sie es wünschen, damit Sie gestärkt und sicher zu Hause zurechtkommen. Intensiver Hautkontakt ist hierfür wichtig und wird von uns durch die Verwendung von Bonding-Tubes oder Bonding-Säckchen intensiv gefördert.
  6. Sollte eine medizinische Indikation für eine Zufügung bestehen, werden wir dies mit Ihnen individuell besprechen und Ihnen zeigen, wie Sie Ihre Milchbildung weiter fördern und ihr  Kind zwischenzeitlich ernähren können.
  7. 24 Stunden-Rooming in ist bei uns alltäglich.
  8. Kind und Mutter/Eltern müssen sich kennenlernen. Wir helfen Ihnen dabei, Ihre natürliche Kompetenz zu stärken und ihr zu vertrauen.
  9. Beziehungsaufbau ist auch ohne Stillen möglich und wichtig. Stillen ist zwar die beste Ernährungsform für Ihr Kind, aber in bestimmten Situationen ist es einer Mutter manchmal nicht möglich zu stillen, oder sie entscheidet sich aktiv dagegen. Ihre Gründe nehmen wir ernst und zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Kind ernähren können.
  10. Wir halten verschiedene Kontaktmöglichkeiten für Sie auch nach der Entlassung bereit und sind auch dann noch immer für Sie ansprechbar, wenn Sie z.B. keine Wochenbett-Hebamme gefunden haben, Fragen zur Beikosteinführung haben oder mitten in der Nacht einen Ansprechpartner brauchen.

Bonding leicht gemacht

Neugeborene erfahren viele Eindrücke. Die enge Bindung, die während der Schwangerschaft entstanden ist, verändert sich, und das Baby muss sich an das Leben außerhalb des Mutterleibes gewöhnen. Statt dem Baby Kleidung anzuziehen, kann man mit dem Bondingsäckchen das Baby flexibel einwickeln, so dass es nicht frieren muss.
Beim Bonding entsteht viel Hautkontakt, der hilft, Feingefühl für die Bedürfnisse Ihres Babys zu entwickeln. Somit entsteht Nähe, Geborgenheit und Bindung zu Ihrem Baby!

Ein Bondingsäckchen wird jedem Baby nach der Geburt für die Dauer des Krankenhausaufenthaltes zur Verfügung gestellt. Natürlich können Sie auch eigene Kleidung mitbringen.

Gerne stehen wir Ihnen bei Fragen zur Verfügung. 

Still-Info für Eltern

Gesunde Neugeborene werden in den ersten Tagen nach der Geburt acht bis zwölf Stillmahlzeiten einnehmen bzw. sollten alle zwei bis drei Stunden gestillt werden. Das Stillen nach Bedarf orientiert sich aber auch am Bedarf der Mutter und benötigt in den ersten Tagen Geduld und feinfühlige Unterstützung. Um die Milchbildung bestmöglich zu unterstützen, ist ein möglichst ungestörter und häufiger Hautkontakt zwischen Mutter und Kind sinnvoll. Im 24 Stunden-Rooming-in wird dies besonders gefördert; die Mutter/Eltern lernen, die Signale ihres Kindes zu verstehen. So sind sie auf die Zeit zu Hause bestens vorbereitet. Und seien Sie gewiß: Zu viel kuscheln geht nicht!

Die erste Milch, das so genannte Kolostrum, ist auf die Bedürfnisse Ihres Kindes in den ersten Tagen ausgerichtet. Der Magen kann zunächst nur kleine Menge aufnehmen, und die Darmtätigkeit muss aufgebaut werden. Auch wenn Sie nicht stillen möchten, ist die Gabe von Kolostrum in den ersten ein bis zwei Tagen eine Möglichkeit für Sie – sprechen Sie uns gerne an.

Weinen ist ein spätes Stillzeichen. Sie sollten Ihr Kind bereits anlegen, wenn es frühe Hungerzeichen zeigt:

  • schnelle Augenbewegungen, auch im Halbschlaf, Stirnrunzeln
  • Hin- und Herdrehen des Köpfchens
  • Körperbewegungen, leise Geräusche
  • Lecken an den Lippen, Saugbewegungen und Sauggeräusche
  • Herausstrecken der Zunge
  • Hand an den oder in den Mund stecken